Biergeschichte in der stadt Lwiw

In Archivdokumenten gibt es Information, dass man in Lwiw schon im 14. Jahrhundert Bier verkaufte.

Damit die Kunden über frischgekochtes, so genanntes, lebendiges Bier berichten, hängten die Bierbrauer über ihre Kneipen ein bestimmtes Symbol — einen Absteckpfahl. Bier war immer ein beliebtes und bekanntes Getränk in Lwiw. Mit dem Bier zahlte man die Schulden ab, zahlte man auch einen Lohn aus, schenkte den Ehrengästen, zum Beispiel den Königen.

Man behauptet, dass das Werk der beruflichen Bierbrauer noch 1425 in Lwiw erschien. Drei miteinander verbundenen Pfropfen bildeten das Wappen von diesem Brauereiwerk.

Jeder von diesem Pfropfen symbolisierte drei wichtige mit Bierherstellung verbundene Berufe – Mälzer, Hönigbrauer und Bierbrauer. Lwiwer Bierbrauer waren nicht nur gute Unternehmer, sondern auch mutige Kämpfer während Kriegszeiten. Dieser Bierbrauereiwerk hatte seinen eigenen Turm und musste ihn besorgen. Jeder neuer Meister füllte diesen Turm mit Amunizien.

Der Turm befand sich in moderner Lesja Ukrainka-straβe. Bier war beliebt zwischen verschiedenen Einwohnern. Schlachta, Stadtbürger und sogar die Mönche konnten ein oder zwei Halbes bei guter Gelegenheit zu sich nehmen. Die Stadtverwaltung passte aufmerksam auf die Bierqualität und Bierverkauf auf. 1668 und 1671 fanden einige Bierkriege in Lwiw statt. Solcher Weise kämpften Bierbrauer für ihre Interesse gegen illegale Bierhersteller, die Bier am Stadtrand kochten und alle anderen durch unlautere Konkurenz ärgerten.

Den Lwiwer Bürgern gefielen bestimmte Biersorte. Zu den beliebtesten gehörten Gerstenbier, Weizenbier und Hafenbier. Es war aber einziges Verlangen – Bier musste unbedingt frischgekocht sein. Auβer Lwiw waren auch die Brauereien nicht weit von Wynnyky, Krywtschytsi und Zhowkwa sehr populär.

Es ist schwer heute sich vorzustellen, im 15. Jahrhundert verkaufte man aber Bier aus Lwiw nach Bayern.

Bier war das Grund darauf, dass unsere Stadt sehr geändert ist und neue Architekturformen bekommen hat. 1527 begann ein starker Brand in der Armenische-straβe wegen der Bierherstellung in einer kleinen Brauerei. Da sehr windig war, erweiterte das Feuer durch die ganze Stadt. Das führte dazu, dass gotische Stadt Renaissancearchitektur bekam.

Damals brannten auch die Werkgesetze der Bierbrauer und das Brauereiwappen. Das war aber nicht der letzte Brand in der Stadt, darum renovierte man dieses Brauereiwappen erst 1625. Heute kehrten wir wieder zu diesem zurück, was uns jahrelang gehörte.

Lwiwer Bierkultur

Während der Jahrhunderten entstand und lebt noch heute besondere Lwiwer Bierkultur. Wie München und Prag schuf unsere Stadt auch ihre Besonderheiten. Bier war nicht nur einfach getrunken, sondern auch geschmekt. Während des Biertrinkens wurden viele von den Musen geküsst, dann aber sankten die Musen und Inspiration in demselben Bier. Schon im 19. Jahrhundert erwähnt man über exquisite Lwiwer Speise zum Bier – “Schnizlyk”. Das bedeutet Brot mit Käse oder Fisch. Der echte Aufschwung der Entwicklung von Bierbrauerei und Bierkultur begann im 19. Jahrhundert. 1862 funktionierten rund 40 Brauereien. Damit Kundendienst verbessern, schufen die Bierbrauer ihre eigene Gesellschaft. An dieser Gesellschaft beteiligten auch Hotelbesitzer und Wagenfahrer. Besitzer von solchen Brauereien waren gewöhnlich judische oder deutsche Unternehmer. Es war eine Tradition, dass das Unternehmen den Namen vom Besitzer trug. Das war ganz richtig, weil das erfolgreiche Business ein Privateigentum war. Die nächsten Generationen übereigneten alle dieses Vermögen, und man verkaufte es sehr selten. Schmekend das Hopfengetränk bildeten die Besucher im Restaurants und im Kneipen verschiedene Erzählungen, Sprichwörter, Witze und Fabeln über Bier und Bierkenner. “Wer Lwiwer Bier trinkt, der 100 Jahre lebt” – sagte der ukrainische Schriftsteller Anatolij Kos-Anatoljskyj. Mit einem Halben von lebendigem Bier lernten die Menschen einander kennen, verliebten sich, schloβen wichtige Verträge. Dank der demokratischen Haltung, Bewusstsein und hoher Bierkultur wurde Lwiw zu einer der gröβten europäischen Hauptstädte vom Biertrinken. Lwiwer Bierkultur war für die Stadteinwohner sehr gewöhnlich. Wir hatten dieselbe Traditionen wie in London, Berlin und Florenzien. “Einige

nehmen zu sich dieses Getränk mehr als Brot” – schrieb Johann Bretschneider. Er schrieb über die englischen Familien, wo ein Erwachsene zu sich bis 3 Liter Bier genommen hat, fast wie Brot. Jede Frau musste Hausbier zu brauen wissen. Die Geschichte hält für uns auch ein Rezept von Biersuppe, die die Feinschmecker oder einfach Bierliebhaber genössen.

Auf den Bildern von 16-17 Jahrhunderten kann man viele dicke Leute sehen. Die Gelehrten behaupten, dass der Grund darauf der stetige Konsum von Bier und Biersuppe ist. Es muss viel von gutem Menschen sein. Und von gutem Bier wird der Mensch besser!

Stadtbürger waren stolz auf ihr Bier und benutzten es sogar wie eine Bestechung. Der Mensch , der ohne Pralinenschachtel oder ohne eine Flasche Bier in die Stadt gekommen ist , erregte mindestens ein Misstrauen. Es ist schwer heute sogar zu werten, wie viel wichtige Probleme dank dem Bier gelöst wurden.

Aus der ganzen UdSSR kamen in Lwiw die Reisegäste, die nach neue Eindrücke und Bier dursteten. Und sie lieβen hier ihre Herzen für immer.